Warum wir ständig in den Spiegel sehen

Was die Welt uns über uns erzählt

Und damit meine ich nicht den Spiegel, der im Badezimmer an der Wand hängt. ;)

Ich habe mich lange Zeit gefragt, warum die gleiche Situation bei verschiedenen Menschen so unterschiedliche Reaktionen und Emotionen hervorrufen kann. Warum rege ich mich fürchterlich auf während mein Partner total gelassen bleibt? Irgendwann dämmerte mir dann - alles, was mir im Leben begegnet und etwas in mir auslöst, in mir berührt und zum Klingen bringt, muss etwas mit mir zu tun haben.

Das macht Das Leben kompliziert...

...und gleichzeitig sooo leicht. Denn mit dieser Erkenntnis beginnt die Reise nach innen. Doch warum ist das kompliziert? Na ja, weil es schon ein wenig Mut erfordert in Situationen, die mich antriggern, den Blick nach innen zu richten statt einen Schuldigen im Aussen zu suchen. In diesem Moment muss ich mich mit mir selbst konfrontieren, muss ich ehrlich zu mir selbst sein, muss ich mir vielleicht auch Dinge eingestehen, die ich lieber nicht sehen möchte. Doch damit übernehme ich auch Verantwortung für mich und mein Leben. Dadurch werde ich souveräner und unabhängiger. Denn ich empfinde mich nicht mehr als Opfer der Umstände. Ich erkenne meinen Anteil an allem was ist und in meiner Welt auftaucht. 

Das macht das Leben leichter, denn ich erkenne, dass ich Krieg und Streit im Aussen beilegen kann, wenn ich meine Themen im Inneren kläre. In dem Moment, in dem ich den Krieg in meinem Inneren beilege und mich mir selbst liebevoll zuwende, in genau diesem Moment liege ich auch nicht mehr im Krieg mit der Welt. Denn wenn ich mit mir selbst liebe- und verständnisvoll umgehen kann, wenn ich mir selbst ehrlich begegnen kann, kann ich dies auch für andere Menschen tun.

Die Welt zeigt mir, wer ich bin

Immer! Ob ich das nun gerade sehen will oder nicht! Aber sie tut es! Wie innen, so aussen! Wie oben, so unten! Wir entkommen dieser Gesetzmäßigkeit nicht! Und wir können ihr auch nicht begegnen, indem wir die Welt retten wollen! Denn bevorzugt wollen wir sie ja ändern, in dem sich die Anderen ändern! Aber eigentlich wünschen wir uns doch eine friedliche Welt für uns selbst. Das, glaub ich, ist zumindest der Wunsch der in der Tiefe dahintersteckt. Es klingt nur sehr edel, wenn wir uns dafür einsetzen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Doch wir können den Krieg in einem anderen Menschen nicht beenden, wir können ihn nur in uns selbst beenden. Und dadurch werden wir liebevoller und handeln im Einklang mit unserem Selbst und in Liebe. Und dadurch berühren wir andere Menschen. Nicht mehr mit dem Ziel, sie zu verändern, damit eine bessere Welt entsteht, sondern mit Mitgefühl, mit einer Hand, die wir in schwierigen Zeiten reichen, mit einem offenen Herzen und mit Ohren, die den anderen wirklich hören! Ohne ihm zu sagen, wie die Lösung für sein Problem aussieht! Aber wir sind dann da und stehen ihm zur Seite, wenn er seine Lösung findet. Und vielleicht stellen wir ihm dann die richtigen Fragen anstatt die "richtigen" Antworten zu geben.

UNd all das beginnt mit mir und meinem Spiegel

Aber das kann nur geschehen, wenn ich bereit bin, nach innen statt nach aussen zu sehen. Wenn ich mutig genug bin, meine Schatten anzuschauen. Wenn ich zuerst mir diese Fragen stelle. Und wenn ich dann demütig genug bin, die Antworten die ich für mich gefunden habe, nicht dem Anderen überzustülpen. Wenn ich tolerant genug sein kann, Andere ihre eigenen Lösungswege finden und gehen zu lassen. Wenn ich mich selbst mit meiner Arroganz konfrontiert habe, zu wissen, wie die Welt aussehen sollte. Erst wenn ich die Welt als meinen Spiegel erkannt und angenommen habe. Erst dann bin ich bei mir. Erst dann suche ich keinen Ausreden mehr. Und erst dann kann ich anderen wirklich in Liebe, in Demut und in Mitgefühl begegnen. Denn in diesem Moment der vollen Verantwortungs-Übernahme öffnet sich mein Herz und der Größenwahn (Ich will diese Welt retten!) macht der Demut Platz. 

Soll ich jetzt nicht mehr helfen?

Und was ist mit den ganzen grausamen Dingen, die in der Welt passieren? Soll ich mich jetzt nur noch mit mir beschäftigen und keinen Anteil mehr am Schicksal anderer Menschen nehmen?
Auf gar keinen Fall! Natürlich reichen wir Menschen in Notsituationen weiterhin hin die Hand und natürlich setzen wir uns weiterhin dafür ein, dass sich Lebenssituationen und Umstände verbessern. Und natürlich haben wir Mitgefühl mit all jenen die in diesen Situationen stecken. 

Doch mit Arroganz und der Überheblichkeit, dass wir wissen, was für diese Menschen das Beste ist, kommen wir eben nicht wirklich weiter. Ich glaube, dass wir erst wirklich für Andere da sein können, wenn wir selbst in Frieden sind. Wenn wir selbst erkannt haben, dass nicht ein Einzelner die Welt retten kann, dass nicht einer DIE Lösung hat (denn dafür gibt es einfach zu viele verschiedene Perspektiven und damit eine sehr komplexe Welt). Erst wenn wir liebevoll mit uns selbst waren und sind, können wir aus echtem Mitgefühl und in Demut handeln. Und erst dann werden unsere Handlungen wirklich kraftvoll. Denn solange wir selbst mit uns und der Welt in Unfrieden sind, können wir durch einen erhobenen Zeigefinger und durch die Anklage der anderen (der in unseren Augen Schuldigen) nichts erreichen. 

Ich glaube und fühle, und damit erhebe ich in keinem Fall Anspruch auf Richtigkeit, dass wir die Welt verändern, indem wir unser Selbst finden, Arroganz, Egoismus und Unehrlichkeit in uns selbst überwinden und zu wirklicher Selbstliebe finden. Die Welt wird sich nicht durch Anklagen verändern, aber mit jedem Einzelnen von uns, der den Mut aufbringt, in sich selbst nach den Wurzeln der Angst, der Unzufriedenheit, der Wut, des Egoismus, der Gier, des Machthungers und des Selbsthasses zu suchen. Und so werden wir nicht zum großen und alleinigen Retter der Welt - aber wir tragen zu einer friedvolleren und ehrlicheren Welt bei.

Denn obwohl deine ganze Welt sich aus deiner Perspektive um dich dreht, dreht sie sich eben nicht um dich. Ich bin ein Teil des großen Ganzen, genau wie du. Und deshalb kannst du nur deine Welt verändern. Und das tust du immer dann, wenn du nach innen schaust und reflektierst. Und wenn du die Welt eben als Spiegel verstehst, der dir in jedem Moment zeigt, wer du gerade bist. 
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