Mit dem Wolf heulen

oder warum es so wichtig ist, der eigenen Stimme zu folgen

Von klein auf werden wir darauf konditioniert, es irgendwem recht zu machen. Wir müssen uns anpassen und das ursprünglich Wilde, mit der eigenen Seele Verbundene, weicht einer angepassten Persönlichkeit. Und selbst die Wildesten und Rebellischten unter uns müssen irgendwann deutlich spüren, wie sie in Grenzen gesteckt oder ausgestossen werden. So funktioniert unsere Gesellschaft. Aber ist das gut und gesund? Bringt uns das im Endeffekt weiter? Oder fördern wir damit nur das Voranschreiten psychischer (seelischer) Erkrankungen?

Hier sind 5 Gründe, warum es Sinn macht, mit dem eigenen Wolf zu heulen, sprich im Einklang mit der eigenen Seele zu leben, statt mit Enten zu schnattern.

1. Enten verstehen dich nicht

Nichts gegen Enten, aber sie verstehen deine Sprache nicht. Und du ihre ja auch nicht. Eine zeitlang, manche auch ein ganzes Leben lang, tun wir das alle. Wir versuchen mit den Enten zu schnattern und vergessen dabei zu heulen. Und die ganze Zeit wundern wir uns, warum unser "Geschnatter" irgendwie schief und anders klingt als das der anderen. 

Wir alle suchen Anschluss, eine Gruppe, zu der wir gehören. Denn wir sind soziale Wesen. Aber macht es wirklich Sinn, sich einer Gruppe anzupassen, die dein Heulen nicht versteht? Versteht mich hier bitte richtig, ich bin sehr für Toleranz, Verständnis und die Auseinandersetzung mit anderen Meinungen. Aber hier geht es mir darum, dass das Leben im Einklang mit der eigenen Seele und der eigenen Idee vom Leben wichtiger ist als die Anpassung an eine Gruppe, die die eigenen Werte nicht vertritt.

2. Du musst Dinge tun, hinter denen du nicht stehst

Immer dann, wenn du dich einer Gruppe anschließt, die nicht deine Werte vertritt, die aber irgendwie IN ist und der du unbedingt angehören möchtest (früher war es die IN-Clique deiner Klasse), wirst du über kurz oder lang Dinge tun (müssen), die nicht mit dir und deinen Interessen oder Werten übereinstimmen. Eine der harmloseren Varianten ist, die ganze Nacht in der Disco zu bleiben obwohl man schon um 1 Uhr nur noch ins Bett möchte. Und war es früher nicht oft so? Wenn man gesagt hat, dass man nach Hause gehen möchte, war man ein Spielverderber oder man wurde bedrängt doch noch länger zu bleiben. Und weil man ja dazugehören (und nichts verpassen) möchte, bleibt man eben. Und doch entscheidet man sich hier schon gegen die eigenen Bedürfnisse. Im Prinzip ist man hier schon ein Stück weit unehrlich. Zu sich, aber auch zu anderen.

3. Ehrlichkeit ist immer besser als eine Lüge

Was mich zu Punkt 3 führt. Radikale Ehrlichkeit ist immer besser. Und zwar für alle Beteiligten. Vielleicht hören wir dann nicht immer das, was wir hören möchten und vielleicht sagen wir dann auch Dinge, die wir lieber nicht sagen würden. Aber im Endeffekt ist damit allen gedient. Denn was haben andere davon, wenn ich da bin, obwohl ich nicht da sein möchte? Wenn ich Interesse zeige, obwohl es mich nicht interessiert? Wenn ich wegsehe und nichts sage, wenn ich das Gefühl habe, ein Freund rennt in eine Katastrophe oder tut sich mit einer Entscheidung schwer. 

Würde es uns allen nicht viel mehr helfen, wenn wir an diesen Stellen unseren ganzen Mut und unser Herz zusammenraffen und ehrlich aussprechen, was dran ist? Oder umgekehrt, wenn wir die Ohren und Herzen öffnen, wenn uns jemand ehrlich sagt, dass er uns nicht mehr liebt, dass ihm etwas aufgefallen ist, was ich selbst vielleicht nicht sehen will? 

4. Weil du nur heilen kannst, wenn du dir zuhörst

Und nicht dem, was dir von anderen über dich erzählt wird. Denn das hat nicht unbedingt immer etwas damit zu tun, was du selbst empfindest und dir für dein Leben wünscht. Und wenn wir uns zu lange verrennen in den Wünschen und Erwartungen anderer Menschen, verkümmert unsere Seele. Wir rennen und rennen und rennen - direkt bis in den BurnOut. Und das weil wir 1. meinen, dass wir es anderen Menschen recht (und manchmal auch leicht) machen müssten und 2. wir verlernt haben, unserer Seele zuzuhören. Die vielleicht gar nicht an äußerem Ruhm interessiert ist, sondern uns zu einem Glück führen könnte, das wir selbst gar nicht für möglich gehalten hätten. Aber dazu müssten wir wieder lernen, wie das geht - wie finde ich den Zugang zu meiner Seele und wie lerne ich wieder wie ich selbst zu heulen, statt zu schnattern wie die anderen - um noch einmal auf die eingangs erwähnten Enten zurückzukommen.

5. WEil man aus einem Wolf eben keine Ente macht

Selbst wenn du es dir noch so sehr wünscht - du bist eben als Wolf oder Chamäleon oder Kapuzineräffchen geboren und nicht als Ente. Und so sehr du dich auch anstrengst, das Leben einer Ente zu führen, es wird dich nie wirklich erfüllen, denn Enten leben, denken und "sprechen" anders als Wölfe, Chamäleons und Kapuzineräffchen. Und das ist auch ganz wunderbar so. Denn unsere Welt braucht Vielfalt und Andersartigkeit. Dabei aber so viel mehr Toleranz und Akzeptanz für diese unglaublich wundervolle Vielfalt und Einzigartigkeit. Wenn aber alle versuchen Enten zu sein, dann erkennen wir nachher die echten Enten nicht mehr! Und die sind genauso wichtig wie alle anderen. 

Wichtig ist nur, dass du in dich hineinspürst und herausfindest, welches deine Sprache ist. Und das funktioniert am besten, in dem du still wirst, alles Betriebsame und Hektische ablegst. Dich von Ablenkungen fernhältst und auch von den Ideen und Erwartungen anderer Menschen an dich und dein Leben und deine eigene Sprache lernst. Erst still und leise für dich und dann immer lauter, so dass andere dich hören können.

Un wenn du wissen möchtest, wo du dich am besten findest und wo es eher schwierig wird, schau doch mal in meinem Artikel "Wir suchen an der falschen Stelle" vorbei.

Schreibe einen Kommentar

Um einen Kommentar schreiben zu können, musst du dich registrieren. Hier geht`s zur Registrierung.

    Der Artikel hat dir gefallen? Dann schau mal HIER vorbei:

    Community

    Du möchtest Teil der Wunderfinder-Community werden?

    Dann registriere dich jetzt und teile deine Gedanken zu den Blog-Artikeln mit mir und anderen Leser*innen.

    Kontakt

    Schreib mir gern eine Nachricht. Egal, ob du mir deine Gedanken mitteilen, Illustrationen als Kunstdruck bestellen möchtest oder Interesse an einer Zusammenarbeit hast. Ich freue mich über deine Zeilen.
    Contact Form Demo

    Kreativitätsentfaltung & Workshops

    Durch kreatives Tun den Weg zu dir selbst finden.